16
Dez 2015

Mehr Sicherheit und mehr Vergnügen auf der Piste


Mehr Sicherheit und mehr Vergnügen auf der Piste mit gezielter Vorbereitung

Es kann nicht schaden, sich ein wenig an den Profisportlern zu orientieren, empfiehlt Prof. Dr. Dr. Josef Niebauer vom Universitätsinstitut für Sportmedizin der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg. Mit entsprechender Vorbereitung, regelmäßigem Training und vernünftiger Einschätzung der eigenen Fähigkeiten macht Skifahren nicht nur erheblich mehr Spaß. Es fördert auch die Fitness und reduziert das Verletzungsrisiko.

Redaktion: Was würden Sie als Sportmediziner empfehlen, wie sich Menschen nach einer längeren Pause wieder auf das Skifahren vorbereiten können?

Prof. Dr. Dr. Josef Niebauer: Gerade nach einer Pause ist es wichtig, dass man seine eigene Konstitution und Leistungsfähigkeit richtig einschätzen kann. Dazu sollte man sich am besten von einem Sportmediziner untersuchen lassen und dabei EKG und Belastungs-EKG absolvieren.

Redaktion: Wie sieht es mit dem Training vor der Saison aus?

Prof. Dr. Dr. Josef Niebauer: Regelmäßiger Sport ist unbedingt empfehlenswert. Je fitter ich in den Winter starte, desto sicherer bin ich unterwegs. Und desto mehr genießt man es. Mit gezieltem regelmäßigem Training reduziere ich auch die Gefahr von Muskelkater und Zerrungen.

Redaktion: Das ist vielen Leuten zu aufwändig. Wie kann man sie motivieren?

Prof. Dr. Dr. Josef Niebauer: Für Leistungssportler ist sorgfältige Vorbereitung Standard. Warum sollte ein Freizeitsportler darauf verzichten, wenn es für die Profis extrem wertvoll ist? Jemand, der sich auf einen Laufwettbewerb vorbereitet, arbeitet gezielt auf den Lauf hin. Regelmäßige Bewegung und Körperbewusstsein sind als Vorbereitung sehr nützlich. Man muss es ja nicht in professionellem Umfang machen, sondern man kann sich seinem Alter und seiner Fitness entsprechend vorbereiten. Skirennläufer wärmen sich vor dem Rennen auf, machen Dehnungsübungen. Die meisten Freizeitfahrer tun vor dem Skilauf nichts. Man kann ja auch mal auf die Rolltreppe verzichten und zu Fuß zum Skilift laufen.

Redaktion: Gerade Wiedereinsteiger haben oft eine medizinische Vorgeschichte mit Verletzungen oder Probleme, die mit mangelnder Bewegung zu tun haben. Was können Sie dazu empfehlen?

Prof. Dr. Dr. Josef Niebauer: Bei Rückenbeschwerden sind es oft rein muskuläre Probleme, die man durch gezieltes Training lindern bzw. beseitigen kann, wodurch man auch die allgemeine Befindlichkeit und Lebensqualität im Alltag verbessert. Alternativ kann man bei anderen Problemen auf Langlauf ausweichen und sich darauf durch Training vorbereiten, wie mit dem Crosswalker oder gezieltem Armtraining für den künftigen Stockeinsatz.

Redaktion: Sprechen wir nun nicht über Probleme, sondern darüber, welche Erfolgserlebnisse das Skifahren dem Wiedereinsteiger bringen kann.

Prof. Dr. Dr. Josef Niebauer: Skifahren ist ein Kraftausdauer-Sport, bei dem viele Reize für die Muskulatur entstehen und das Herz-Kreislauf-System trainiert wird. Skifahren hat viel mit Bewegung zu tun. Laut einer Studie, die wir gemacht haben, sind die Leute zu einem Drittel der Zeit aktiv auf der Piste unterwegs, was sich zukünftig noch steigern wird, da die Lifte leistungsfähiger geworden sind. Bei weichem Schnee und bei engen, kurzen Schwüngen kommt man schon leicht ins Schwitzen, was auch gut und gesund ist. Es macht einfach sehr viel Spaß, mit Freunden in den Bergen unterwegs zu sein.

Copyright und Bildquelle: www.austria.info

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