16
Mär 2015

High-Tech auf der Piste: die Datenskibrille


Wearables sind in aller Munde, bzw. vor allen Augen. Seit der Initialzündung durch Google mit den „Glasses“ und Nike mit intelligenten Sportschuhen wird auf Hochdruck an tragbarer Digitaltechnik gebastelt. Uhren und besonders Brillen werden immer smarter. Sie versorgen uns mit Nachrichten, Navigation und Daten über unsere Physis. Die Datenbrille für die Skipiste war nur eine Frage der Zeit. Der erste Anbieter ist Ski amadé im Salzburger Land. Und wenn Sie eine Ferienwohnung kaufen möchten, können Sie vielleicht schon bald über Ihre Brille Ihr alpines Skivergnügen steuern.


High-Tech auf der Piste

Das Smartphone mit der Skibrille verbinden: Mehr steckt eigentlich nicht hinter den Smart Goggles, der intelligenten Skibrille. Über GPS können alle Daten in Skigebieten abgefragt werden: Wetterbericht, Höhenmeter, Geschwindigkeit und Navigation. Natürlich kann man die Brille auch mit seinen sozialen Netzwerken synchronisieren und ist dann auch hier auf der Piste online zu erreichen. Nach einem Tag auf der Piste kann man die Brille über USB an einen Rechner anschließen und sich die Daten downloaden, eine Art digitales Logbuch über den Tag in den Bergen. Das ganze hat allerdings einen stolzen Preis: Zwischen 500 und 700 Euro kostet der Spaß, der von dem Hersteller RECON angeboten wird, inklusive der Fernbedienung am Arm.


Mit der Datenskibrille den Hochkönig herunter

Manuel Schmitt ist bei Ski amadé für IT-Projekte zuständig. Er hat die Daten aus der Handy App für eine Datenbrille aufbereiten lassen, speziell für das Salzburger Skigebiet. Man muss sie auch nicht kaufen, sondern kann sie für 19 Euro pro Tag bei allen Intersport-Filialen ausleihen und erst mal schauen, wie man mit der Brille klar kommt und ob sie eine solche Investition wert ist. Allerdings ist die Brille kein klassisches Navi für die Piste, sondern zeigt lediglich die Richtung an, ohne die Pisten als solche abzubilden. „Die Gefahr, dass jemand so zu früh oder zu spät abbiegt, weil er die Angaben auf der Brille falsch interpretiert, ist einfach zu groß“, so Manuel Schmitt gegenüber dem Münchner Merkur. Dafür gibt es in der Brille ein Menü mit allen Informationen über das Skigebiet und natürlich einem Pfeil, der das Ziel weist und die Entfernung dahin berechnet.


Nächstes Ziel: Höchstgeschwindigkeit

Wenn die Datenbrille kein Navi im eigentlichen Sinn ist, wozu ist sie dann gut? Bei den ersten Testern kommt die Brille ganz gut an. Man hat einen ungestörten Blick auf den Weg, hat seine Geschwindigkeit immer im Blick, kann sich über ein Menü Pisten, Lifte und Hütten anzeigen lassen und weiß zur Not auch, wie sich das Wetter entwickeln wird. Der Blick auf das Display ist allerdings nicht ganz ohne. Denn das Wichtigste beim Skifahren ist der Blick auf die vor einem liegende Strecke. Und so kann es passieren, dass das Wissen über die Einstellung des persönlichen Geschwindigkeitsrekords vom Geschehen auf der Piste ablenkt. Das Gadget ist also eher für routiniertere Skifahrer zu empfehlen, denen nicht nur ihre Geschwindigkeit, sondern auch die Höhenmeterangabe etwas sagen. Zuhause kann man sich seinen Tag auf der Piste nochmal in totalen Zahlen anschauen: Höhenmeter, Distanz, Geschwindigkeitsrekord und Durchschnittsgeschwindigkeit. Wer Zahlen mag, wird das freuen. Wer dagegen einfach nur das Glücksgefühl genießen will, die weißen Pisten hinunterzujagen, wird eine einfache Skibrille bevorzugen. Sie ist im Übrigen auch wesentlich günstiger.

Bildquelle: © Ski amadé

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