Sondersteuern und Kaufverbote für Ausländer: In der Schweiz drohen schwere Zeiten für Immobilienbesitzer. Auf Bundes- und Gemeindeebene versucht die Schweiz, die eidgenössische Immobilienblase zu bekämpfen. Ein Preiseinbruch bei Immobilien droht.
Über Jahrzehnte galten Immobilien in der Schweiz als krisensichere Geldanlage vor einem traumhaften Panorama. Das hat vor allem angesichts der internationalen Finanzkrise zu einem bedrohlichen Anwachsen der Immobilienblase geführt.
Der ungebrochene Run auf Schweizer Immobilien hat inzwischen schon dazu geführt, dass in Ballungsgebieten Pfarrhäuser als Ferienwohnungen vermietet werden. Die UBS gibt seit Jahren einen eigenen Bubble-Index heraus. Dieser zeigt, dass die Preise in Spitzenlagen seit 2008 um 100% in die Höhe geschnellt sind. Tendenz weiter steigend.
Die Schweizer Politik versucht alles, um dieser Entwicklung Herr zu werden. Auf Bundesebene unterstützen immer mehr Politiker eine Verschärfung der Lex Koller. Das nach dem Nationalrat Arnold Koller benannte Gesetz schränkt den Verkauf von Wohnungen an Ausländer ein.
Wirkung zeigen auch Sondersteuern, die einzelne Gemeinden auf unvermietete Ferienwohnungen erheben. In Raron zum Beispiel zahlt der Appartementbesitzer inzwischen 5.000 Euro an die Gemeinde, wenn er seine Immobilie nicht als Ferienhaus vermietet. So soll sichergestellt werden, dass die ausländischen Immobilienbesitzer wenigstens etwas für den Tourismus tun.
Beide Maßnahmen dürften den überhitzten Schweizer Immobilienmarkt spürbar abkühlen lassen. Viele Eigentümer werden versuchen, Ihre Immobilien rechtzeitig zu verkaufen, um Gewinne mitzunehmen. Wer dennoch in der Schweiz ein Ferienhaus kaufen will, sollte jetzt am Ball bleiben.
Quellen:Deutsche Mittelstandsnachrichten 8.11.13; Handelsblatt, 6.12.2013; Homepage der UBS